Sexuell übertragbare Infektionen (STI) gehören weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten – und doch sind sie nach wie vor mit Scham und Unsicherheit behaftet. Viele Betroffene scheuen den Gang zum Arzt, obwohl ein rechtzeitiger Test schwerwiegende Folgen verhindern kann. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Geschlechtskrankheiten besonders verbreitet sind, wer sich testen lassen sollte und wie ein STI-Test beim Urologen abläuft.
Welche Geschlechtskrankheiten sind am häufigsten?
Die Bandbreite sexuell übertragbarer Infektionen ist groß. Zu den häufigsten Erregern und Erkrankungen zählen:
Chlamydien
Die Chlamydien-Infektion ist die häufigste bakterielle STI in Deutschland. Tückisch: Sie verläuft in vielen Fällen ohne Symptome. Unbehandelt kann sie bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen und beim Mann eine Entzündung der Nebenhoden verursachen.
Gonorrhoe (Tripper)
Die Gonorrhoe zeigt sich beim Mann häufig durch eitrigen Ausfluss aus der Harnröhre und Brennen beim Wasserlassen. Bei Frauen verläuft die Infektion oft unauffällig. Ohne Behandlung kann sie sich auf andere Organe ausbreiten.
Syphilis
Die Syphilis verläuft in mehreren Stadien. Im Frühstadium zeigt sich typischerweise ein schmerzloses Geschwür an der Eintrittsstelle. Unerkannt kann die Syphilis chronisch verlaufen und schwere Organschäden verursachen. Rechtzeitig erkannt, ist sie mit Antibiotika gut behandelbar.
Humane Papillomviren (HPV)
HPV-Infektionen sind extrem verbreitet – die Mehrheit aller sexuell aktiven Menschen infiziert sich im Laufe ihres Lebens. Während viele HPV-Typen harmlos sind, können bestimmte Hochrisiko-Typen Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs und Analkrebs begünstigen. Sichtbare Feigwarzen (Condylomata acuminata) werden durch andere HPV-Typen verursacht.
HIV
Das Humane Immundefizienz-Virus greift das Immunsystem an. Dank moderner Medikamente ist HIV heute gut behandelbar und die Lebenserwartung bei frühzeitiger Therapie nahezu normal. Entscheidend ist die frühe Diagnose.
Herpes genitalis
Genitalherpes wird durch Herpes-simplex-Viren (meist HSV-2) verursacht und äußert sich durch schmerzhafte Bläschen im Genitalbereich. Die Infektion ist nicht heilbar, aber mit antiviralen Medikamenten gut kontrollierbar.
Wer sollte sich auf STI testen lassen?
Grundsätzlich gilt: Jeder sexuell aktive Mensch kann sich mit einer STI anstecken. Ein Test ist besonders empfehlenswert in folgenden Situationen:
- Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner
- Bei wechselnden Sexualpartnern
- Wenn der Partner eine STI-Diagnose erhalten hat
- Bei Symptomen wie Ausfluss, Brennen, Juckreiz oder Hautveränderungen im Genitalbereich
- Vor Beginn einer neuen Partnerschaft – als gemeinsamer Gesundheitscheck
- Bei Kinderwunsch – zum Schutz des zukünftigen Kindes
- Regelmäßig als Vorsorge bei sexuell aktiven Personen
Wichtig zu wissen: Viele STI verlaufen über Wochen bis Monate ohne Symptome. Das Fehlen von Beschwerden bedeutet nicht, dass keine Infektion vorliegt. Regelmäßige Tests sind daher die sicherste Methode, eine Infektion frühzeitig zu erkennen.
Wie läuft ein STI-Test beim Urologen ab?
Ein STI-Test in unserer Praxis ist unkompliziert, schnell und diskret. Je nach Verdacht und gewünschtem Umfang kommen verschiedene Testmethoden zum Einsatz:
Urinprobe
Eine einfache Urinprobe kann Chlamydien und Gonorrhoe zuverlässig nachweisen. Sie ist schmerzfrei und erfordert lediglich eine Erststrahl-Urinprobe.
Blutuntersuchung
Über eine Blutabnahme können HIV, Syphilis, Hepatitis B und C nachgewiesen werden. Moderne Labortests liefern schnelle und präzise Ergebnisse.
Abstrich
Bei Verdacht auf bestimmte Erreger kann ein Abstrich von der Harnröhre, dem Analbereich oder dem Rachenraum entnommen werden. Dies ist besonders bei Gonorrhoe und Herpes aufschlussreich.
Sichtuntersuchung
Feigwarzen (HPV) und Herpes-Bläschen können oft bereits durch eine sorgfältige klinische Untersuchung erkannt werden.
Diskretion ist selbstverständlich
Wir verstehen, dass das Thema Geschlechtskrankheiten mit Unsicherheit verbunden sein kann. In unserer Praxis legen wir besonderen Wert auf eine diskrete, wertfreie Atmosphäre. Kein Urteil, keine peinlichen Fragen – nur professionelle medizinische Hilfe. Ihre Testergebnisse werden selbstverständlich vertraulich behandelt und unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.
Behandlung von Geschlechtskrankheiten
Die meisten bakteriellen STI sind mit Antibiotika gut und vollständig heilbar. Virale Infektionen (wie HIV, Herpes oder HPV) sind zwar nicht heilbar, aber mit modernen Medikamenten effektiv kontrollierbar. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist eine frühzeitige Diagnose.
- Chlamydien und Gonorrhoe: In der Regel mit einer kurzen Antibiotikatherapie vollständig heilbar
- Syphilis: Im Frühstadium durch Penicillin-Injektionen zuverlässig behandelbar
- HIV: Mit antiretroviraler Therapie (ART) gut kontrollierbar – die Viruslast wird auf ein nicht nachweisbares Niveau gesenkt
- Herpes: Antivirale Medikamente verkürzen Ausbrüche und reduzieren die Übertragungswahrscheinlichkeit
- Feigwarzen (HPV): Verschiedene Behandlungsoptionen von topischen Cremes bis zur lokalen Abtragung
Partnermitteilung – ein schwieriges, aber wichtiges Thema
Wird eine STI diagnostiziert, ist es wichtig, aktuelle und frühere Sexualpartner zu informieren, damit auch sie sich testen und gegebenenfalls behandeln lassen können. Dies dient nicht nur dem Schutz der Partner, sondern verhindert auch eine erneute Ansteckung (Ping-Pong-Effekt).
Wir unterstützen Sie gerne bei diesem sensiblen Thema – ob durch ärztliche Beratung zum Gespräch mit dem Partner oder durch die Möglichkeit, anonyme Hinweiskarten zu nutzen.
Prävention: So schützen Sie sich
- Kondome: Der konsequente Gebrauch von Kondomen reduziert das Übertragungsrisiko der meisten STI erheblich
- HPV-Impfung: Die HPV-Impfung wird auch für Männer empfohlen und schützt vor krebsauslösenden HPV-Typen sowie Feigwarzen
- Regelmäßige Tests: Besonders bei wechselnden Partnern sind regelmäßige STI-Screenings ratsam
- Offene Kommunikation: Ein offenes Gespräch mit dem Partner über sexuelle Gesundheit ist einer der besten Schutzmechanismen
HPV-Impfung für Männer
Die HPV-Impfung wird von der STIKO für Jungen und junge Männer empfohlen, kann aber auch im Erwachsenenalter noch sinnvoll sein. Sie schützt vor den häufigsten krebsauslösenden HPV-Typen und vor Feigwarzen. Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie individuell, ob eine HPV-Impfung für Sie in Frage kommt.
Lassen Sie sich testen – Ihrer Gesundheit zuliebe
Ein STI-Test ist kein Grund zur Scham – sondern ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein. Je früher eine Infektion erkannt wird, desto einfacher und erfolgreicher ist die Behandlung. Schützen Sie sich und Ihre Partner.
In der Privatpraxis am Kurhaus in Wiesbaden bieten wir diskrete, umfassende STI-Diagnostik auf höchstem Niveau. Dr. med. Feroz Afghanyar nimmt sich persönlich Zeit für Ihre Anliegen – vertraulich, professionell und ohne Wertung. Vereinbaren Sie Ihren Termin.


