Urologische Erkrankungen und Auffälligkeiten im Kindesalter sind häufiger als viele Eltern vermuten. Ob Vorhautverengung, Hodenhochstand oder Bettnässen – viele dieser Themen verunsichern Eltern, obwohl sie in den meisten Fällen gut behandelbar sind. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche urologischen Beschwerden bei Kindern vorkommen, wann ein Besuch beim Urologen sinnvoll ist und was Sie und Ihr Kind bei uns erwartet.
Häufige kinderurologische Erkrankungen
Phimose (Vorhautverengung)
Die Phimose ist die häufigste kinderurologische Diagnose. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist eine enge Vorhaut, die sich nicht zurückziehen lässt, völlig normal – die Vorhaut löst sich im Laufe der kindlichen Entwicklung meist von selbst. Erst wenn die Verengung über das Vorschulalter (etwa 5–6 Jahre) hinaus bestehen bleibt, wiederholt Entzündungen verursacht oder beim Wasserlassen zu einer sichtbaren Ballonierung der Vorhaut führt, sollte eine ärztliche Beurteilung erfolgen.
Behandlungsmöglichkeiten reichen von einer Kortison-Salbentherapie über vorhauterhaltende Eingriffe bis zur Zirkumzision. Welche Methode die richtige ist, hängt vom Alter des Kindes, dem Schweregrad und den individuellen Umständen ab.
Hodenhochstand (Maldescensus testis)
Beim Hodenhochstand befindet sich einer oder beide Hoden nicht im Hodensack, sondern im Leistenkanal oder im Bauchraum. Bei Frühgeborenen ist dies häufig und löst sich oft in den ersten Lebensmonaten von selbst. Liegt der Hoden allerdings mit sechs Monaten noch nicht im Hodensack, sollte eine Behandlung eingeleitet werden – idealerweise vor dem ersten Geburtstag.
Der Grund: Ein nicht abgestiegener Hoden ist höheren Temperaturen ausgesetzt, was langfristig die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Risiko für Hodentumore erhöhen kann. Die Behandlung erfolgt in der Regel operativ durch eine Orchidopexie, bei der der Hoden in den Hodensack verlagert und dort fixiert wird.
Bettnässen (Enuresis nocturna)
Bettnässen ist ein verbreitetes Thema, über das Eltern oft nur ungern sprechen. Dabei ist es wichtig zu wissen: Nächtliches Einnässen ist bis zum fünften Lebensjahr entwicklungsbedingt normal. Auch danach betrifft es noch viele Kinder – die allermeisten werden im Laufe der Zeit von selbst trocken.
Eine urologische Abklärung wird empfohlen, wenn:
- Das Kind nach dem siebten Geburtstag regelmäßig nachts einnässt
- Ein Kind, das bereits trocken war, erneut einnässt (sekundäre Enuresis)
- Auch tagsüber Einnässen oder Drangsymptomatik besteht
- Zusätzlich Harnwegsinfekte oder Schmerzen beim Wasserlassen auftreten
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann verhaltenstherapeutische Maßnahmen (Trinkprotokoll, Wecktherapie), Medikamente oder – bei zugrundeliegenden organischen Ursachen – gezielte urologische Therapie umfassen.
Vesikoureteraler Reflux (VUR)
Beim vesikoureteralen Reflux fließt Urin aus der Blase zurück in die Harnleiter und gegebenenfalls bis in die Nieren. Dies kann zu wiederkehrenden Harnwegsinfekten führen und bei schwerem Verlauf die Nieren schädigen. VUR wird häufig im Rahmen der Abklärung von Harnwegsinfekten im Kindesalter entdeckt.
Leichtere Formen bilden sich oft spontan zurück. Bei höhergradigen Formen oder wiederkehrenden Infekten kann eine medikamentöse Prophylaxe oder in seltenen Fällen eine operative Korrektur notwendig sein.
Hydrozele (Wasserbruch)
Eine Hydrozele ist eine Flüssigkeitsansammlung um den Hoden, die zu einer schmerzlosen Schwellung des Hodensacks führt. Bei Neugeborenen ist eine Hydrozele häufig und bildet sich meist im ersten Lebensjahr spontan zurück. Besteht sie über das erste Lebensjahr hinaus oder tritt sie neu auf, sollte sie urologisch beurteilt werden.
Hypospadie
Bei der Hypospadie liegt die Harnröhrenöffnung nicht an der Spitze des Penis, sondern auf der Unterseite. Der Schweregrad variiert stark – von einer leichten Verlagerung der Öffnung bis zu ausgeprägten Formen mit zusätzlicher Peniskrümmung. Die Korrektur erfolgt operativ, idealerweise im Alter zwischen sechs und 18 Monaten.
Wann sollte Ihr Kind zum Urologen?
Ein Besuch beim Kinderurologen ist empfehlenswert, wenn:
- Der Kinderarzt eine auffällige Vorhaut, einen Hodenhochstand oder eine Hodenschwellung feststellt
- Ihr Kind wiederholt unter Harnwegsinfekten leidet
- Bettnässen über das sechste bis siebte Lebensjahr hinaus fortbesteht
- Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen im Genitalbereich auftreten
- Auffälligkeiten beim Wasserlassen bestehen (schwacher Strahl, Pressen, Schmerzen)
- Bei der U-Untersuchung urologische Auffälligkeiten festgestellt werden
Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu früh als zu spät zum Urologen. Viele kinderurologische Erkrankungen haben die besten Behandlungsergebnisse, wenn sie frühzeitig erkannt und therapiert werden.
Was erwartet Ihr Kind beim Kinderurologen?
Wir wissen, dass ein Arztbesuch für Kinder – und ihre Eltern – mit Aufregung verbunden sein kann. Deshalb legen wir besonderen Wert auf eine kindgerechte, einfühlsame Atmosphäre.
Altersgerechte Untersuchung
Die Untersuchung wird dem Alter und der Entwicklung Ihres Kindes angepasst. Bei Säuglingen und Kleinkindern findet die Untersuchung auf dem Arm der Eltern statt. Bei älteren Kindern erklären wir jeden Schritt altersgerecht und beziehen das Kind aktiv mit ein. Nichts geschieht, ohne dass Ihr Kind und Sie informiert sind.
Eltern sind immer dabei
Ein Elternteil ist bei jeder Untersuchung und jedem Gespräch dabei. Die Anwesenheit einer vertrauten Person gibt dem Kind Sicherheit und ermöglicht es den Eltern, alle Informationen direkt zu erhalten und Fragen zu stellen.
Schmerzfreie Diagnostik wo immer möglich
Die meisten kinderurologischen Untersuchungen sind schmerzfrei: Ultraschall, Urinuntersuchung und klinische Untersuchung verursachen keine Schmerzen. Sollte eine weiterführende Diagnostik notwendig sein, besprechen wir dies ausführlich mit Ihnen und bereiten Ihr Kind kindgerecht vor.
Unser Ansatz in der Kinderurologie
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – sie brauchen eine eigene Herangehensweise. In unserer Praxis nehmen wir uns besonders viel Zeit für unsere jüngsten Patienten. Dr. med. Feroz Afghanyar verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Kinderurologie und begegnet jedem Kind mit Geduld, Einfühlungsvermögen und der nötigen fachlichen Expertise.
Unser Ziel ist es, dass Ihr Kind den Praxisbesuch als möglichst positive Erfahrung erlebt – und dass Sie als Eltern die Praxis mit einem guten Gefühl und klaren Informationen verlassen.
Wenn Sie Fragen zur urologischen Gesundheit Ihres Kindes haben oder eine Empfehlung Ihres Kinderarztes abklären lassen möchten, vereinbaren Sie einen Termin in der Privatpraxis am Kurhaus in Wiesbaden. Dr. med. Feroz Afghanyar und sein Team freuen sich darauf, Ihnen und Ihrem Kind zu helfen.


