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Diagnostik

Blut im Urin (Hämaturie) – Ursachen und Abklärung

Dr. med. Feroz Afghanyar

Blut im Urin – auch Hämaturie genannt – ist ein Symptom, das immer ärztlich abgeklärt werden sollte. Erfahren Sie, welche Ursachen dahinterstecken können, wie die Diagnostik abläuft und wann dringender Handlungsbedarf besteht.

Urologie am Kurhaus – Privatpraxis für Urologie in Wiesbaden

Blut im Urin ist ein Symptom, das verständlicherweise beunruhigt. Die gute Nachricht: In vielen Fällen steckt eine gutartige und gut behandelbare Ursache dahinter. Dennoch sollte Blut im Urin – ob sichtbar oder nur im Labor nachgewiesen – immer urologisch abgeklärt werden. Denn es kann auch ein Frühzeichen einer ernsteren Erkrankung sein, die bei rechtzeitiger Diagnose sehr gut behandelbar ist. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Ursachen eine Hämaturie haben kann, wie die Diagnostik abläuft und wann Sie zeitnah einen Urologen aufsuchen sollten.

Mikro- und Makrohämaturie: Was ist der Unterschied?

In der Medizin wird zwischen zwei Formen von Blut im Urin unterschieden:

  • Makrohämaturie: Das Blut ist mit bloßem Auge sichtbar – der Urin ist rötlich, bräunlich oder fleischwasserfarben verfärbt. Dies fällt Betroffenen in der Regel sofort auf.
  • Mikrohämaturie: Rote Blutkörperchen sind nur unter dem Mikroskop oder durch einen Teststreifen im Urin nachweisbar. Der Urin sieht äußerlich normal aus. Diese Form wird oft zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt.

Beide Formen – sichtbar und unsichtbar – können die gleichen Ursachen haben und verdienen die gleiche Aufmerksamkeit in der diagnostischen Abklärung.

Mögliche Ursachen von Blut im Urin

Die Ursachen einer Hämaturie sind vielfältig. Sie reichen von harmlosen Auslösern bis hin zu ernsteren Erkrankungen:

Häufige gutartige Ursachen

  • Harnwegsinfekt: Eine bakterielle Blasenentzündung ist eine der häufigsten Ursachen für Blut im Urin, insbesondere bei Frauen
  • Harnsteine: Nieren- oder Harnleitersteine können die Schleimhaut reizen und zu Blutungen führen – oft verbunden mit kolikartigen Schmerzen
  • Gutartige Prostatavergrößerung (BPH): Bei Männern kann eine vergrößerte Prostata zu Blutbeimengungen im Urin führen
  • Körperliche Belastung: Intensive sportliche Aktivität kann vorübergehend eine harmlose Hämaturie auslösen
  • Medikamente: Bestimmte blutverdünnende Medikamente können das Risiko für Blutungen in den Harnwegen erhöhen

Ursachen, die einer weiteren Abklärung bedürfen

  • Blasenkrebs (Harnblasenkarzinom): Schmerzlose Makrohämaturie kann ein Frühzeichen eines Blasentumors sein – gerade deshalb ist die Abklärung so wichtig
  • Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom): Auch Tumoren der Niere können Blut im Urin verursachen
  • Erkrankungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis): Eine Entzündung der Nierenfilter kann eine Mikrohämaturie hervorrufen

Diagnostische Abklärung – Was erwartet Sie beim Urologen?

Die Abklärung einer Hämaturie folgt einem strukturierten Stufenplan, um die Ursache zuverlässig zu identifizieren oder ernsthaftere Erkrankungen auszuschließen:

Anamnese und körperliche Untersuchung

Zunächst besprechen wir mit Ihnen ausführlich die Umstände: Wann haben Sie das Blut bemerkt? Gibt es Begleitsymptome wie Schmerzen, Fieber oder Gewichtsverlust? Nehmen Sie blutverdünnende Medikamente ein? Gibt es relevante Vorerkrankungen? Diese Informationen geben bereits wichtige Hinweise auf die mögliche Ursache.

Urindiagnostik

Eine umfassende Urinuntersuchung ist der erste Laborschritt. Neben dem Nachweis von Blut werden Entzündungszeichen, Bakterien und auffällige Zellen (Urinzytologie) untersucht. Die Zytologie kann Hinweise auf bösartige Veränderungen der Harnwegsschleimhaut geben.

Ultraschalluntersuchung

Die Sonographie von Nieren, Harnleitern und Blase ist eine schmerzfreie und strahlungsfreie Untersuchung, die Steine, Tumoren, Zysten oder andere strukturelle Auffälligkeiten sichtbar machen kann. Sie gehört zur Basisdiagnostik bei jeder Hämaturie.

Blasenspiegelung (Zystoskopie)

Die Zystoskopie ermöglicht einen direkten Blick in die Harnblase. Über die Harnröhre wird ein dünnes, flexibles Endoskop eingeführt, mit dem die Blasenschleimhaut beurteilt werden kann. Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Die Zystoskopie ist der Goldstandard, um Tumoren der Blase sicher auszuschließen oder zu erkennen.

Wann ist Blut im Urin ein Notfall?

In bestimmten Situationen sollten Sie zeitnah ärztliche Hilfesuchen:

  • Starke, sichtbare Blutung mit Bildung von Blutgerinnseln im Urin
  • Begleitendes Fieber und Schüttelfrost (Verdacht auf schwere Infektion)
  • Starke, kolikartige Flankenschmerzen (Verdacht auf Harnleiterstein)
  • Erschwertes oder unmögliches Wasserlassen durch Blutgerinnsel

In solchen Fällen wenden Sie sich bitte umgehend an eine urologische Praxis oder Notaufnahme.

Was Sie vor dem Arztbesuch wissen sollten

Wenn Sie Blut im Urin bemerken, ist es hilfreich, folgende Informationen für den Arztbesuch bereitzuhalten:

  • Wann genau haben Sie das Blut zum ersten Mal bemerkt?
  • Tritt das Blut am Anfang, am Ende oder während des gesamten Wasserlassens auf?
  • Gibt es Schmerzen, Brennen oder Fieber?
  • Welche Medikamente nehmen Sie ein, insbesondere Blutverdünner?
  • Gab es kürzlich starke körperliche Belastung oder einen Unfall?

Frühzeitige Abklärung schafft Klarheit

Blut im Urin ist in vielen Fällen harmloser Natur – aber es kann auch ein wichtiges Warnsignal sein. Die urologische Abklärung ist unkompliziert, schmerzarm und gibt Ihnen Gewissheit. Je früher eine mögliche Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.

Haben Sie Blut im Urin bemerkt oder wurde eine Mikrohämaturie bei Ihnen festgestellt? Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin in unserer Privatpraxis am Kurhaus in Wiesbaden. Dr. med. Feroz Afghanyar führt eine gründliche Diagnostik durch und bespricht jeden Befund ausführlich und verständlich mit Ihnen.

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